Auswanderung Deutschland Statistiken 2025: Aktuelle Daten und Fakten
Das Jahr 2025 zeigt neue Trends beim Auswandern aus Deutschland. In diesem umfassenden Artikel findest du alle wichtigen Statistiken, Zahlen und Fakten zum Thema Auswandern. Von den beliebtesten Zielen über die Motive bis hin zu den wirtschaftlichen Auswirkungen - hier erfährst du alles, was du über das Auswandern 2025 wissen musst.

Der Wunsch nach einem neuen Leben im Ausland ist bei rund 15 Prozent der Deutschen vorhanden. Doch nur etwa 4 Prozent setzen diese Absicht auch tatsächlich um. Diese Diskrepanz zeigt: Auswandern ist nicht nur eine emotionale Entscheidung, sondern erfordert strategische Planung und fundierte Informationen.
Besonders bei Geringqualifizierten und Arbeitslosen finden sich konkretere Auswanderungsgedanken. Gleichzeitig ziehen viele Deutsche aus Job-Gründen ins Ausland, kehren aber eher aus familiären Gründen wieder zurück. Diese Dynamik prägt die deutsche Auswanderungslandschaft seit Jahren.
Aktuelle Zahlen: Wie viele Deutsche leben im Ausland?
Die genaue Zahl der Deutschen im Ausland ist schwer zu erfassen, da nicht alle sich ordnungsgemäß abmelden oder in ihrem neuen Heimatland registrieren lassen. Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für 2024 zeigen jedoch eine präzise Aufschlüsselung der registrierten deutschen Staatsbürger in Europa.
Laut neuesten Schätzungen leben rund 3,5 bis 3,8 Millionen Deutsche dauerhaft im Ausland (Stand 2024). Diese Zahl basiert auf Daten des Bundesverwaltungsamts und internationalen Organisationen wie der OECD und Statista.[1]
Im Jahr 2024 wanderten 269.986 Deutsche aus Deutschland ab, was etwa 21 Prozent aller Fortzüge ausmacht. Diese Zahl ist besonders alarmierend, da sie zeigt, dass mehr deutsche Staatsbürger das Land verlassen, als zurückkehren - ein negativer Saldo im Humankapital der eigenen Bevölkerung.[2]
Auswanderungsüberlegungen nach Altersgruppen (2025)
| Kategorie | Zahl |
|---|---|
| 18-24 Jahre | Höchste Auswanderungsbereitschaft |
| 25-34 Jahre | Sehr hohe Auswanderungsbereitschaft |
| 35-44 Jahre | Hohe Auswanderungsbereitschaft |
| 45-54 Jahre | Moderate Auswanderungsbereitschaft |
| 55+ Jahre | Niedrigste Auswanderungsbereitschaft |
Die Auswanderungsbereitschaft variiert stark nach Altersgruppen, wobei jüngere Menschen deutlich häufiger über einen Umzug ins Ausland nachdenken.[3][4]
Die Zahlen zeigen eine klare Tendenz: Die Schweiz bleibt das unangefochtene Top-Zielland, während die Niederlande als neue Top-Destination in Europa aufsteigt. Die hohe Abwanderung deutscher Staatsbürger signalisiert eine Erosion der Standortloyalität - also: immer weniger Fachkräfte wollen langfristig in Deutschland bleiben.[5][6]
In diese Länder wandern die meisten Deutschen aus
Die beliebtesten Zielländer für deutsche Auswanderer haben sich im letzten Jahrzehnt leicht verschoben, wobei die geographische Nähe und ökonomische Stabilität weiterhin die entscheidenden Faktoren sind. Es ist wichtig, zwischen zwei verschiedenen Datentypen zu unterscheiden: Im Ausland lebende Deutsche (BVA/OECD-Daten) und Abwanderungen im jeweiligen Jahr (Destatis-Daten).
Im Ausland lebende Deutsche (BVA/OECD 2024) - Top 4
| Land | Deutsche |
|---|---|
| Schweiz | 323.574 |
| Österreich | 232.739 |
| Vereinigtes Königreich | 142.368 |
| Spanien | 128.049 |
Hinweis: Weiter unten in diesem Artikel finden Sie eine detaillierte Übersicht aller im Ausland lebenden Deutschen nach Ländern.
Abwanderungen 2024 (Destatis)
| Land | Abwanderungen |
|---|---|
| Schweiz | 20.700 |
| Österreich | 13.300 |
| USA | 9.300 |
| Spanien | 8.900 |
Wer geht? Altersgruppen, Geschlecht, Qualifikation
Die deutsche Auswanderungslandschaft ist geprägt von klaren demografischen Mustern. Besonders interessant: Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen ist rückläufig, während die Gruppe der über 65-Jährigen stark wächst.
Deutsche Auswanderer nach Altersgruppen
| Altersgruppe | 2011 | 2001 | Entwicklung |
|---|---|---|---|
15 bis 24 | 418.000 | 458.000 | -9% |
25 bis 65 | 2.290.000 | 2.100.000 | +9% |
über 65 | 707.000 | 600.000 | +18% |
Die Altersstruktur der deutschen Auswanderer zeigt deutliche Veränderungen über die Zeit, wobei besonders der Anstieg der über 65-Jährigen bemerkenswert ist.[7]
Hinweis: Da der Stand der Daten 2011 ist, sollten Sie diese Quelle in Ihrem Artikel als "OECD-Analyse (2011)" kennzeichnen, um die historische Einordnung der Daten zu gewährleisten, während die beschriebenen Entwicklungen (Anstieg der Senioren, Rückgang der Jüngsten) als langfristige Trends weiter Bestand haben.
Aktuelle Erkenntnisse und Trends (Stand 2024/2025)
Obwohl die exakten Zahlen fehlen, bestätigen neuere Studien die zugrundeliegenden Trends der deutschen Auswanderung nach Altersgruppen:
Sachverständigenrat (SVR) Gutachten zeigen, dass Motive für Auswanderung und Rückkehrbereitschaft eng miteinander verbunden sind. 40 Prozent der Auswanderer würden zurückkehren, primär aus familiären Gründen. Dies unterstreicht die Bedeutung persönlicher Bindungen bei Migrationsentscheidungen.[8]
OECD-Migrationsanalysen bestätigen die Gesamtzahl von 3,4 Millionen Deutschen im Ausland mit einer Altersstruktur, die einen deutlichen Anstieg der über 65-Jährigen (+18%) zeigt. Der Trend der erhöhten Abwanderung älterer Menschen ist in der Migrationsforschung konsistent, da viele Deutsche ihren Ruhestand im Ausland verbringen möchten (QoL-Migration). Die hohe Qualifikation der Auswanderer bleibt ein charakteristisches Merkmal.[9]
Deutsche im Ausland e.V. (DIAS) fasst die Motive nach Geschlecht zusammen: 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen wandern primär wegen beruflicher Gründe aus. Die Ruhestandsmigration macht 25 Prozent der Gesamtauswanderung aus. Das Hauptexpat-Kontingent bleibt im erwerbsfähigen Alter, wobei das Durchschnittsalter der Auswanderer bei ca. 35 Jahren liegt.[10]
IAB/BAMF/SOEP-Studien liefern vertiefende Analysen zur Qualifikationsstruktur und zeigen, dass 59 Prozent der Auswanderer mindestens einen Master-Abschluss besitzen. Die Verlangsamung der Abwanderung in der jüngsten Gruppe (15-24 Jahre) ist plausibel, steht aber im Gegensatz zur steigenden Zahl deutscher internationaler Studierender. Dies verdeutlicht die Komplexität der statistischen Erfassung von kurzfristigen Aufenthalten versus dauerhafter Abwanderung.[11]
Die OECD-Daten von 2011 können jedoch nur bedingt als Referenz für die aktuelle Situation dienen. Seit 2011 haben sich die Rahmenbedingungen fundamental verändert: Der Ukraine-Krieg, die Corona-Pandemie, die heftige Inflation, die Einführung der digitalen ID und die Pläne für den digitalen Euro haben alle das Potenzial, Menschen zum Nachdenken über einen Verlassen der EU zu bewegen. Ohne aktuelle, verlässliche Daten bleibt die Einschätzung der gegenwärtigen Auswanderungstrends spekulativ. Die historischen Muster der deutschen Auswanderung nach Altersgruppen bleiben zwar als Orientierung relevant, spiegeln aber nicht die heutigen Realitäten wider.
Aktuelle Auswanderungsbereitschaft nach Altersgruppen (August 2025)
Eine repräsentative YouGov-Umfrage zeigt, dass die Bereitschaft zum Auswandern stark vom Alter abhängt. Die jüngeren Altersgruppen (18-24 und 25-34 Jahre) zeigen die höchste Auswanderungsbereitschaft, während ältere Generationen (55+ Jahre) deutlich weniger geneigt sind, Deutschland zu verlassen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den tatsächlichen Auswanderungszahlen wider und unterstreicht den Trend zur "QoL-Migration" bei jüngeren, gut ausgebildeten Deutschen.[12]
Bildungs- und Qualifikationsstruktur deutscher Auswanderer
Deutsche Auswanderer gehören im internationalen Vergleich überdurchschnittlich häufig zu den Hochqualifizierten. Laut einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von OECD-Daten verfügen rund 48 Prozent der Deutschen im Alter von 25 bis 64 Jahren, die in anderen OECD-Ländern leben, über einen tertiären Bildungsabschluss (z. B. Bachelor, Master oder Promotion). In der inländischen Vergleichsgruppe liegt dieser Anteil bei lediglich 29,2 Prozent.[13]
Diese Daten zeigen, dass die Auswanderung aus Deutschland vor allem von gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften getragen wird. Besonders in international mobilen Branchen - etwa IT, Ingenieurwesen und technische Dienstleistungen - ist die Wahrscheinlichkeit eines beruflich motivierten Wegzugs erfahrungsgemäß besonders hoch. Die Zahlen belegen: Deutschland verliert in einem gewissen Maße qualifizierte Arbeitskräfte, während weniger mobile Gruppen seltener den Schritt ins Ausland wagen.
Warum geht man? Motive & Lebensmodelle
Die Gründe für eine Auswanderung aus Deutschland sind vielschichtig und verändern sich mit dem Lebensverlauf. Jüngere Menschen suchen häufig neue Bildungs- und Ausbildungschancen oder möchten internationale Erfahrung sammeln, während ältere Altersgruppen vor allem auf bessere Beschäftigungsmöglichkeiten, Einkommen oder eine höhere Lebensqualität im Ausland abzielen.[1]
Berufliche und wirtschaftliche Faktoren gelten insgesamt als die wichtigsten Beweggründe für den Schritt ins Ausland. Unzufriedenheit mit Arbeitsbedingungen, begrenzte Karriereaussichten oder das Streben nach höherem Einkommen werden häufig als ausschlaggebend beschrieben, während in den Zielländern attraktivere Arbeitsmärkte, bessere Aufstiegschancen und internationale Netzwerke als Anreize wirken.[2]
Darüber hinaus zeigen Befunde, dass viele Fachkräfte die Auswanderung nicht als endgültige Entscheidung betrachten, sondern als temporäres Lebensmodell verstehen. Nach mehreren Jahren kehren zahlreiche Auswandernde zurück, um Nähe zu Familie und Freunden wiederzugewinnen oder berufliche Stabilität in vertrauter Umgebung zu finden. Die Rückkehr wird somit häufig als strategischer Bestandteil eines internationalen Lebenslaufs gesehen.[3]
Die neue QoL-Migration: Wandel der Motive
Die Gründe für eine Auswanderung aus Deutschland haben sich im letzten Jahrzehnt deutlich verändert. Neben klassischen ökonomischen Aspekten wie Arbeitsmarktchancen und Einkommen gewinnen zunehmend qualitative Faktoren wie Lebenszufriedenheit, Umweltbedingungen oder persönliche Entwicklung an Bedeutung. Diese Entwicklung wird in verschiedenen empirischen Analysen bestätigt, die zeigen, dass sich die Entscheidungslogik der Migration von rein ökonomischen zu multidimensionalen Lebensqualitätsfaktoren verschiebt.[17]
Qualifikations- und Motivstruktur
Personen mit höherem Bildungsniveau zeigen eine überdurchschnittliche Bereitschaft zur Auswanderung. Sie orientieren sich vermehrt an Ländern, die attraktive Kombinationen aus beruflichen Perspektiven, Einkommen, Innovationskraft und Lebensqualität bieten. Die Befunde deuten darauf hin, dass die sogenannte „Qualitätsmigration" zunehmend von Hochqualifizierten getragen wird, die nicht nur ökonomische Sicherheit, sondern auch persönliche und soziale Entfaltung suchen.[18][19]
Neue Pull-Faktoren und Rückkehrdimensionen
Beliebte Zielländer deutscher Auswanderer weisen eine hohe Lebensqualität, stabile politische Systeme und effiziente Verwaltungen auf. Diese Merkmale werden in internationalen Vergleichsstudien regelmäßig als zentrale Pull-Faktoren identifiziert. Gleichzeitig zeigen Befragungen, dass viele Auswandernde eine Rückkehr nach Deutschland grundsätzlich offenlassen, häufig motiviert durch familiäre Bindungen, berufliche Netzwerke oder die Aussicht auf langfristige Stabilität.[20]
Arbeiten im Ausland: Qualifikation, Branchen, neue Formen
Empirische Studien zeigen, dass deutsche Auswanderer überdurchschnittlich häufig in qualifizierten oder leitenden Tätigkeiten beschäftigt sind. Im internationalen Vergleich ist der Anteil der Hochqualifizierten unter den im Ausland lebenden Deutschen deutlich höher als in der deutschen Gesamtbevölkerung. Rund 48 Prozent der 25- bis 64-jährigen Deutschen im Ausland verfügen über einen tertiären Bildungsabschluss, während dieser Anteil innerhalb Deutschlands bei etwa 29 Prozent liegt.[21]
Diese hohe Qualifikationsstruktur spiegelt sich auch in den bevorzugten Berufsfeldern wider. Besonders häufig arbeiten deutsche Auswanderer in Branchen mit akademischem oder technischem Schwerpunkt sowie in wissensintensiven Dienstleistungen. Dazu zählen vor allem Management- und Führungspositionen, technische Berufe, IT- und Ingenieurwesen, das Bildungswesen sowie Gesundheits- und Finanzdienstleistungen.[22]
Darüber hinaus deuten internationale Arbeitsmarktanalysen darauf hin, dass sich neue Formen der Erwerbstätigkeit etabliert haben. Immer mehr Deutsche arbeiten ortsunabhängig - als Remote Professionals, digitale Nomaden oder Freelancer - in internationalen Projektstrukturen. Durch die Digitalisierung und den Ausbau flexibler Arbeitsmodelle können Fachkräfte heute standortunabhängig für Unternehmen weltweit tätig sein. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Grenze zwischen klassischer Auswanderung und globaler Mobilität zunehmend verschwimmt.[23]
Die Tendenz zur digitalen Mobilität hat auch eine gesellschaftliche Dimension: Viele hochqualifizierte Fachkräfte entscheiden sich nicht mehr dauerhaft für ein bestimmtes Zielland, sondern gestalten ihr Berufs- und Privatleben über Ländergrenzen hinweg. Arbeitsaufenthalte in mehreren Staaten, flexible Steuer- und Aufenthaltsmodelle sowie projektbasierte Arbeitsverhältnisse werden zu zentralen Merkmalen einer neuen globalen Arbeitskultur.[24]
Branchen und Tätigkeitsfelder mit überdurchschnittlicher Präsenz deutscher Auswanderer
| Branche / Tätigkeitsfeld | Typischer Anteil oder Tendenz* | Beschreibung |
|---|---|---|
Management- und Führungspositionen | Hoch | Überdurchschnittlich viele deutsche Fachkräfte in leitenden Funktionen |
Bildungswesen und Forschung | Hoch | Beschäftigung an Hochschulen, Schulen und Bildungseinrichtungen |
Ingenieur- und technische Berufe | Mittel bis hoch | Hoher Anteil in Industrie, Energie, Bauwesen |
IT- und digitale Dienstleistungen | Steigend | Wachsende Zahl an ortsunabhängigen Fachkräften |
Gesundheits- und Pflegeberufe | Mittel | Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten mit internationaler Nachfrage |
Freiberufliche & Remote-Tätigkeiten | Stark steigend | Digitale Nomaden, Berater, Designer, Entwickler und Content-Spezialisten |
Hinweis: Keine exakten Prozentwerte, sondern qualitativ belegte Tendenzen basierend auf OECD-, IW- und internationalen Arbeitsmarktanalysen.[26]
Regulatorische Revolution 2024/2025: Staatsangehörigkeit & Steuern
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für deutsche Auswanderer haben sich 2024 und 2025 spürbar verändert. Zwei zentrale Entwicklungen betreffen die Staatsangehörigkeit und die Meldepflichten im grenzüberschreitenden Kapitalverkehr. Beide Reformen zeigen, dass Deutschland einerseits die rechtliche Mobilität seiner Bürger erleichtert, andererseits jedoch neue Maßstäbe in der steuerlichen Transparenz und Dokumentation setzt.
Staatsangehörigkeitsrecht: Mehrstaatigkeit erlaubt
Mit dem Inkrafttreten der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts am 27. Juni 2024 wurde die Mehrstaatigkeit grundsätzlich erlaubt. Deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger können nun eine weitere Staatsangehörigkeit annehmen, ohne ihre deutsche zu verlieren. Diese Änderung markiert einen historischen Wendepunkt: Erstmals können deutsche Auswandernde ihre Lebens- und Arbeitsbeziehungen dauerhaft im Ausland verankern, ohne die Bindung zu Deutschland aufzugeben. Damit wird eine der größten rechtlichen Hürden für langfristige internationale Mobilität beseitigt und die Integration im jeweiligen Gastland erleichtert.[27]
Meldepflichten im Auslandskapitalverkehr (AWV) - Schwellen steigen ab 2025
Zum 1. Januar 2025 treten umfassende Änderungen der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) in Kraft, die insbesondere die Meldepflichten bei grenzüberschreitenden Zahlungen betreffen. Die Schwellenwerte wurden deutlich angehoben:[28]
AWV-Schwellenwerte ab 2025
| Meldeart | Alte Grenze | Neue Grenze ab 2025 | Bedeutung |
|---|---|---|---|
Transaktionsmeldungen | 12.500 € | 50.000 € | Erleichterung für mittlere Vermögen und Expats |
Bestandsmeldungen (Direktinvestitionen, Auslandsguthaben) | 3/5 Mio. € | 6 Mio. € einheitlich | Vereinfachung der Meldestruktur |
Kryptowerte | - | Neu eingeführt | Erweiterte Erfassung digitaler Vermögenswerte |
Die Reform entlastet insbesondere Privatpersonen und mittelgroße Unternehmen, da viele alltägliche Auslandsüberweisungen künftig nicht mehr meldepflichtig sind. Gleichzeitig werden digitale Anlageformen erstmals systematisch in das Meldewesen integriert.[29]
Kontext: Steuertransparenz und internationale Standards
Parallel zu diesen Reformen rücken internationale Steuerregeln wie der Principal Purpose Test (PPT) in Doppelbesteuerungsabkommen stärker in den Fokus. Dieser Mechanismus soll sicherstellen, dass steuerliche Vorteile nicht missbräuchlich durch künstliche Gestaltungen erlangt werden. Damit steigt die Bedeutung von Substanznachweisen und dokumentierter wirtschaftlicher Tätigkeit bei Auswanderung und internationaler Vermögensstrukturierung.[30]
Leben und finanzielle Absicherung im Ausland
Die finanzielle Absicherung im Ausland stellt für deutsche Auswanderer eine zentrale Herausforderung dar. Besonders wichtig sind dabei der Zugang zu Sozialversicherungssystemen, die Wahrung von Rentenansprüchen und die Klärung der Krankenversicherung. Zahlreiche bilaterale Sozialversicherungsabkommen erleichtern die Absicherung über Staatsgrenzen hinweg.[31]
Finanzielle Herausforderungen
- •Vermeidung einer doppelten Besteuerung durch internationale Steuerabkommen und Anrechnungssysteme.
- •Sicherung von Rentenansprüchen und deren Übertragbarkeit bei Wohnsitzwechseln.
- •Klärung der Krankenversicherung im Gastland sowie mögliche Deckungslücken bei Rückkehr oder Auslandaufenthalt.
- •Berücksichtigung von Währungsschwankungen und Wechselkursrisiken bei Einnahmen oder Rücküberweisungen ins Heimatland.
Strategische Lösungen
- •Nutzung von bilateralen Sozialversicherungsabkommen zur Vermeidung von z. B. Rentenanspruchsverlusten.
- •Abschluss einer internationalen Krankenversicherung oder die Wahl einer passenden lokalen Versicherung im Gastland.
- •Steuerberatung im Zielland sowie Prüfung aller relevanten deutsch-ausländischen Steuerregelungen.
- •Diversifizierung von Geldanlagen und Vermögenswerten, insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche Währungsräume und steuerliche Rahmenbedingungen.
Rückkehr & Lebenszyklus: Vom Auswandern bis zur Rückkehr
Auswandern ist selten eine Einbahnstraße. Viele deutsche Staatsbürger entscheiden sich nach einigen Jahren im Ausland bewusst für eine Rückkehr nach Deutschland - häufig aus familiären oder beruflichen Gründen. Untersuchungen zeigen, dass persönliche Bindungen, das soziale Umfeld und langfristige Planungssicherheit dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Rückwanderung ist Teil eines kontinuierlichen Lebenszyklus internationaler Mobilität.[32]
In einer Studie zur internationalen Migration deutscher Staatsbürger wird betont, dass Aus- und Rückwanderung oft eng miteinander verknüpft sind: Viele betrachten den Auslandsaufenthalt als temporäre Lebensphase, die berufliche oder persönliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet, bevor sie in das Herkunftsland zurückkehren.[33]
Statistisch gesehen bleibt Deutschland trotz hoher Abwanderungszahlen weiterhin ein Netto-Zuwanderungsland. Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verzeichnete Deutschland im Jahr 2022 rund 1,46 Millionen Zuzüge und 1,26 Millionen Fortzüge, was zu einem Wanderungsüberschuss von rund 200.000 Personen führte. Der Netto-Fortzug deutscher Staatsangehöriger betrug dagegen etwa 83.000 Personen.[34]
Zuwanderung aus EU-Staaten und Rückkehrbewegungen deutscher Staatsbürger wirken stabilisierend auf die Bevölkerungsbilanz. Besonders die Fachkräftezuwanderung aus europäischen Nachbarländern trägt dazu bei, dass Deutschland in den letzten Jahren durchgehend eine positive Netto-Migrationsbilanz aufweist.[35]
Deutschlands Strukturkrise: Die vier Disruptionen
Die aktuelle Wettbewerbs- und Strukturkrise resultiert aus vier gleichzeitig wirkenden Transformationsfeldern, die sich gegenseitig verstärken: Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und De-Globalisierung. Diese „4D-Disruptionen" wirken nicht isoliert, sondern kumulativ und erhöhen den Anpassungsdruck auf Unternehmen und Beschäftigte.[36]
Vier Disruptionen im Überblick
| Disruption | Zentrale Herausforderung | Mögliche Wirkung auf Mobilität/Auswanderung |
|---|---|---|
Demografie | Schrumpfende Erwerbsbevölkerung, Engpässe in MINT- und Pflegeberufen | Höher qualifizierte Personen sind international besonders mobil |
Dekarbonisierung | Hoher Investitionsbedarf, anhaltend hohe Energiepreise für energieintensive Branchen | Standortverlagerungen/Internationalisierung von Produktion |
Digitalisierung | Rückstände bei Infrastruktur & E-Government, heterogene Umsetzung | Talente in Tech/IT orientieren sich stärker global |
De-Globalisierung | Geopolitische Risiken, Protektionismus, Lieferkettenumbauten | Exportmodell unter Druck, stärkere Risikodiversifikation |
Wettbewerbsposition: historischer Tiefpunkt und Hauptgründe
Unternehmensbefragungen zeigen eine so schlechte Selbsteinschätzung der Wettbewerbsposition wie nie seit 1994. Als Hauptgründe werden hohe Energiepreise, Bürokratieaufwand und steuerliche Belastungen genannt; Deutschland liegt im EU-Vergleich am unteren Ende - zusammen mit Belgien, Österreich und Finnland.[37]
Bürokratie-Problem: „stille Frustration"
In einer unternehmensbezogenen Untersuchung gaben 65 % der Firmen an, ihre bestehende Kritik am Verwaltungsaufwand nicht an Bundesregierung oder Verbände weitergegeben zu haben - ein Hinweis auf einen gestörten Feedback-Loop zwischen Praxis und Politik, der Reformtempo und Gründungsfreundlichkeit bremst.[38]
Brain-Drain-Effekt: Selektive Abwanderung von Humankapital
Daten zeigen, dass unter im Ausland lebenden Deutschen überdurchschnittlich viele einen tertiären Abschluss besitzen - ein Indiz für selektive Abwanderung von Humankapital. Panel-Ergebnisse belegen zudem, dass Rückkehr Teil des Lebenszyklus internationaler Mobilität ist; dabei sind Rückkehrende im Durchschnitt anders zusammengesetzt als Auswandernde (u. a. beim Bildungsniveau). Insgesamt bleibt der Verlust hochqualifizierter Arbeitskräfte für forschungs- und wissensintensive Sektoren ein Risiko.[39]
Neue Trends: Remote Work, Lebensqualität, Nachhaltigkeit
Die Auswanderungslandschaft befindet sich im Wandel: Neue Arbeitsmodelle, veränderte Prioritäten und ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit prägen heute die Entscheidung für ein Leben im Ausland.[40]
Remote Work
Die Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Digitale Nomaden, flexible Arbeitsorte und neue Visa-Kategorien sind Ausdruck dieser Entwicklung. Gleichzeitig entstehen steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Herausforderungen, wenn Arbeit und Wohnsitz sich auf verschiedene Länder verteilen.[41]
Lebensqualität
Für viele Auswandernde stehen heute nicht mehr nur berufliche Perspektiven im Vordergrund, sondern auch Faktoren wie Work-Life-Balance, Umweltbedingungen, Gesundheitssysteme und Bildungschancen für Kinder. Städte und Regionen mit hoher Lebensqualität werden damit zu attraktiven Zielen.[42]
Nachhaltigkeit
Die Idee eines Leben im Ausland wird zunehmend mit Nachhaltigkeit verknüpft: Aspekte wie geringer ökologischer Fußabdruck, Erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und grüne Städte gewinnen an Relevanz. Auswandernde berücksichtigen heute häufiger ökologische und gesellschaftliche Dimensionen ihres Aufenthaltsorts.[43]
Länderschwerpunkte im Überblick
Deutsche Staatsbürger leben zunehmend international, doch die Verteilung ist nicht zufällig: Bestimmte Länder ziehen überdurchschnittlich viele Deutsche an - meist wegen wirtschaftlicher Stabilität, geografischer Nähe, Lebensqualität und vorhandener Sprach- oder Kulturbezüge. Besonders stark vertreten sind Deutsche in Nachbarstaaten innerhalb Europas.[44]
Die nachfolgenden Zahlen basieren auf offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) und Eurostat (Stichtag 1. Januar 2024; Schweiz: BFS, Stand 31. Dezember 2023). Sie erfassen ausschließlich Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die ihren ständigen Wohnsitz im jeweiligen Land haben.[45]
Zahl deutscher Staatsbürger im europäischen Ausland (2024)
| Rang | Land | Anzahl deutscher Staatsbürger | Stand / Quelle |
|---|---|---|---|
| 1 | 323.574 | 31.12.2023 (BFS) | |
| 2 | 232.739 | 01.01.2024 | |
| 3 | 128.049 | 01.01.2024 | |
| 4 | Frankreich | 91.100 | 01.01.2024 |
| 5 | 85.176 | 01.01.2024 | |
| 6 | Vereinigtes Königreich | 142.368 | 2019 |
| 7 | Belgien | 40.987 | 01.01.2024 |
| 8 | 35.104 | 01.01.2024 | |
| 9 | 33.395 | 01.01.2024 | |
| 10 | 28.179 | 2022 | |
| 11 | Norwegen | 26.469 | 01.01.2024 |
| 12 | Ungarn | 23.295 | 01.01.2024 |
| 13 | 22.600 | 01.01.2024 | |
| 14 | 12.480 | 01.01.2024 | |
| 15 | 9.878 | 2021 | |
| 16 | Bulgarien | 6.438 | 01.01.2024 |
| 17 | 7.437 | 2020 | |
| 18 | Rumänien | 7.899 | 01.01.2024 |
| 19 | Finnland | 5.115 | 01.01.2024 |
| 20 | Tschechien | 5.605 | 01.01.2024 |
| 21 | Slowakei | 1.912 | 01.01.2024 |
| 22 | Liechtenstein | 1.771 | 2022 |
| 23 | Estland | 1.976 | 01.01.2024 |
| 24 | Slowenien | 1.088 | 01.01.2024 |
| 25 | Island | 1.425 | 01.01.2024 |
| 26 | Lettland | 500 | 01.01.2024 |
Außereuropäische Länderschwerpunkte
Neben den europäischen Nachbarstaaten leben auch in außereuropäischen Ländern hunderttausende deutsche Staatsbürger. Die verfügbaren Zahlen stammen in der Regel aus nationalen Register- und Zensusdaten der jeweiligen Länder und sind nicht direkt mit den Eurostat-Daten zu vergleichen. Sie basieren teils auf dem Geburtsland Deutschland, teils auf der deutschen Staatsangehörigkeit und dienen daher als Orientierungswerte zur Größenordnung deutscher Communities weltweit.[46]
Geschätzte Zahl deutscher Staatsbürger (bzw. in Deutschland geborener Personen) außerhalb Europas
| Rang | Land | Zahl deutscher Staatsbürger / in Deutschland Geborener | Quelle / Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 | Vereinigte Staaten (USA) | ca. 900.000 - 1,1 Mio. | U.S. Census Bureau (ACS 2022) |
| 2 | Vereinigtes Königreich | ca. 142.000 | ONS (UK Population by Country of Birth, 2019) |
| 3 | ca. 150.000 - 180.000 | Statistics Canada (Census 2021) | |
| 4 | ca. 120.000 - 130.000 | Australian Bureau of Statistics (Census 2021) | |
| 5 | Türkei | ca. 135.000 - 140.000 | TÜİK (Statistical Institute of Turkey, 2021) |
| 6 | Südafrika | ca. 30.000 - 35.000 | UN International Migrant Stock Database (2020) |
| 7 | Brasilien | ca. 15.000 - 20.000 | UN DESA Migration Data Portal (2020) |
| 8 | ca. 12.000 - 14.000 | Statistics New Zealand (2023) |
Hinweis: Die tatsächliche Zahl deutscher Staatsbürger im Ausland dürfte deutlich höher liegen, da viele Personen mit deutscher Herkunft mittlerweile eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen oder nicht in den Migrationsstatistiken ihres Aufenthaltslandes registriert sind. Die meisten internationalen Schätzungen (OECD, UN DESA) gehen aktuell von etwa 2,2 - 2,5 Millionen im Ausland lebenden Deutschen aus, davon über 70 % in Europa.
Globale Wachstumsverschiebung: BRIC vs. EU
Die gegenwärtige Abwanderungsdynamik aus Deutschland steht im Kontext einer umfassenden globalen Macht- und Wachstumsverschiebung. Regionen wie Asien und Nordamerika verzeichnen ein deutlich höheres wirtschaftliches Momentum, während Europa strukturell stagniert. Laut den aktuellen Prognosen des International Monetary Fund (IMF) und der OECD wird sich dieser Trend in den Jahren 2024/2025 weiter verstärken.[47]
Die Vereinigten Staaten bleiben dabei ein resilienter Wachstumsmotor unter den Industrienationen, während China und Indien - trotz unterschiedlicher Herausforderungen - ihre Dynamik beibehalten. Die EU hingegen leidet unter einer Kombination aus demografischem Wandel, schwachem Produktivitätswachstum und strukturellen Investitionsdefiziten.[48]
Wirtschaftswachstumsprognose 2025 (IMF / OECD)
| Rang | Land / Region | Prognostiziertes BIP-Wachstum 2025 | Haupttreiber |
|---|---|---|---|
| 1 | Indien | 6,3 % | Demografische Dividende, Binnenkonsum |
| 2 | China | 4,6 % | Binnenmarkt, technologische Aufrüstung |
| 3 | Welt insgesamt | 3,2 % | Post-Pandemie-Erholung, neue Investitionen |
| 4 | USA | 2,5 % | Technologische Führung, Dienstleistungssektor |
| 5 | EU (Durchschnitt) | 0,8 - 1,1 % | Demografie, geringe Produktivität |
| 6 | Deutschland | 0,8 % | Strukturelle Anpassungsprobleme, Energiepreise |
BRIC-Dominanz und langfristige Verschiebung
Prognosen großer Analystenhäuser und wirtschaftlicher Institutionen zeigen für das Jahr 2050 eine deutliche Verschiebung der globalen Wirtschaftsgewichte - insbesondere zugunsten von sogenannten Schwellen- und Entwicklungsregionen („Emerging Markets") und zuungunsten vieler etablierter Industriestaaten. Durch Faktoren wie wachsende Bevölkerungen, technologische Entwicklung, Infrastruktur-Investitionen und steigende Produktivität gewinnen Länder mit „demografischer Dividende" an Bedeutung.[49]
Nach Daten des Berichts The World in 2050 von PwC werden in der Kaufkraftparitäten-Betrachtung (PPP) die führenden Wirtschaftsnationen ab 2050 wie folgt erwartet:[50]
Prognostizierte Rangfolge der größten Volkswirtschaften bis 2050 (BIP in Kaufkraftparitäten)
| Rang | Land | Prognostiziertes BIP (2050, in Billionen USD PPP) | Geschätzter Anteil an der Weltwirtschaft 2050 | Zentrale Wachstumstreiber |
|---|---|---|---|---|
| 1 | China | 58,5 Billionen USD | ~20 % | Technologie-Industrialisierung, Binnenkonsum, Urbanisierung |
| 2 | USA | 34,1 Billionen USD | ~12 % | Innovation, Digitalisierung, Kapitalmärkte |
| 3 | Indien | 44,1 Billionen USD | ~15 % | Demografische Dividende, Bildung, Infrastruktur |
| 4 | Indonesien | 10,5 Billionen USD | ~3,5 % | Bevölkerungswachstum, Rohstoffe, Industrialisierung |
| 5 | Deutschland | 9,1 Billionen USD | ~3 % | Hochtechnologie, Exportmodell, Automatisierung |
Diese Verschiebung der globalen Wirtschaftsgewichte wird von mehreren zentralen Faktoren getrieben: Demografische Strukturen mit einem großen Anteil junger Erwerbs- und Produktivpersonen ermöglichen langfristig höhere Wachstumsraten, wie sie etwa in Indien oder Indonesien zu beobachten sind. Gleichzeitig gewinnen technologische Innovation und digitale Transformation an Bedeutung - Länder mit führenden Positionen in Feldern wie KI, digitalen Dienstleistungen oder Infrastruktur können technologische Sprünge vollziehen.
Zudem vollzieht sich ein Strukturwandel von rohstoff- oder fertigungsbasierten zu wissens- oder dienstleistungsbasierten Volkswirtschaften, der langfristig höhere Wachstumsaussichten bietet. Parallel dazu verlieren etablierte Industrieländer mit schrumpfenden Erwerbs- und Bevölkerungspotenzialen, hoher Alterung oder stagnierenden Innovationen an Dynamik - etwa EU-Länder oder Teile Japans.
Bedeutung für Deutschland und Mobilität
Für Deutsche mit internationaler Mobilität bedeutet diese Verschiebung: Wer seine Karriere- und Lebensentscheidungen zukunftsorientiert trifft, wird Regionen mit hoher Wachstumsperspektive, Innovation und Offenheit stärker in Erwägung ziehen. Eine stagnierende Volkswirtschaft wie Deutschland kann im globalen Wettbewerb um Fachkräfte und Talente an Attraktivität verlieren - was wiederum die Mobilität von Hochqualifizierten begünstigt.
Globale Technologie- und Wachstumsfelder
Die globale Wirtschaftsstruktur verändert sich rasant. Neue technologische und digitale Märkte treiben Produktivität, Kapitalströme und Innovationen - und verschieben damit auch die Schwerpunkte des globalen Wachstums. Analysen von McKinsey Global Institute (2024), OECD und IEA zeigen, dass insbesondere vier Sektoren die Weltwirtschaft bis 2040 überdurchschnittlich prägen werden.
Künstliche Intelligenz (KI)
Künstliche Intelligenz gilt als größter Multiplikator für Produktivität und Wertschöpfung im kommenden Jahrzehnt. Laut McKinsey Global Institute könnte der jährliche wirtschaftliche Zugewinn durch KI-Anwendungen bis 2040 bei 17 - 25 % durchschnittlichem Wachstum pro Jahr liegen. Allein generative KI (GenAI) hat laut McKinsey ein globales Wertschöpfungspotenzial von bis zu 4,4 Billionen US-Dollar jährlich. Haupttreiber sind Automatisierung, datengetriebene Entscheidungen und neue Geschäftsmodelle im Dienstleistungssektor.[51]
Digitale Werbung & Medien
Die Digitalisierung des Konsumverhaltens sorgt für ein anhaltendes Wachstum digitaler Werbe-, Marketing- und Medienmärkte. Laut OECD Digital Economy Outlook 2024 und PwC Global Entertainment & Media Outlook 2024-2028 wächst der Sektor mit 8 - 10 % pro Jahr, getragen durch Social-Media-Plattformen, Performance-Marketing und KI-gestützte Kampagnenoptimierung.
Streaming & Online-Entertainment
Streaming-Dienste und interaktive Medien bilden eine zentrale Wachstumsarena im globalen Unterhaltungssektor. Mit einem prognostizierten Umsatzwachstum von 6 - 11 % jährlich bis 2035 (PwC, Statista, OECD) entwickeln sich Plattformen wie Netflix, YouTube und Spotify zu digitalen Ökosystemen, in denen Inhalte, Werbung und E-Commerce verschmelzen.
Erneuerbare Energien & grüne Technologien
Der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft wird nach Einschätzung der International Energy Agency (IEA) und der International Renewable Energy Agency (IRENA) eine der größten industriellen Transformationen des Jahrhunderts. Investitionen in Solar-, Wind-, Wasserstoff- und Speichertechnologien steigen kontinuierlich; die Branche wächst mit 5 - 7 % pro Jahr und wird bis 2030 voraussichtlich über 2 Billionen US-Dollar jährlich an globalen Investitionen binden.
Bedeutung für Auswanderung und Fachkräftemobilität
Diese Wachstumsfelder prägen nicht nur die Weltwirtschaft, sondern auch die Migrationsmuster hochqualifizierter Arbeitskräfte. Fachkräfte aus Deutschland orientieren sich zunehmend an Ländern, die in diesen Sektoren führend sind - etwa die USA, Kanada, Südkorea oder die nordischen Staaten. Für sie bieten sich dort deutlich bessere Karriere- und Innovationsbedingungen als in vielen europäischen Volkswirtschaften mit geringeren Investitionsvolumina.
Deutschlands relative Position
Für Deutschland bedeutet dies eine strategische Herausforderung: Das Land droht, seinen relativen Anteil am globalen Wachstum weiter zu verlieren. Während andere Volkswirtschaften ihre Innovations- und Investitionskraft ausbauen, bleiben in Deutschland hohe Energiepreise, Bürokratiekosten und Arbeitsmarktengpässe zentrale Standortrisiken. Karriereorientierte Akademiker und Fachkräfte orientieren sich zunehmend an Regionen, die wirtschaftliche Dynamik, technologische Führerschaft und Lebensqualität kombinieren - allen voran die USA, Kanada und Indien.
